Wer sein E-Auto an der eigenen Steckdose lädt, kann die Stromkosten mit drei Werten selbst ausrechnen: dem Verbrauch des Fahrzeugs, der Fahrleistung pro Jahr und dem Arbeitspreis aus dem Stromvertrag. Hier ist der Rechenweg mit Tabellen und Beispielen.
Was du für die Rechnung brauchst
Drei Angaben genügen:
- Verbrauch des Fahrzeugs in kWh pro 100 km — steht im Bordcomputer oder im Fahrzeugschein. Der Wert hängt von Modell, Fahrweise und Jahreszeit ab, deshalb ist es dein eigener Wert und kein Durchschnitt.
- Fahrleistung pro Jahr in Kilometern — aus dem Tacho des letzten Jahres oder aus dem Leasingvertrag.
- Arbeitspreis deines Tarifs in Cent pro kWh — steht auf deiner Stromrechnung. Der deutsche Durchschnitt liegt 2026 bei 37,0 Cent pro kWh (BDEW-Strompreisanalyse April 2026, Basis 3.500 kWh Jahresverbrauch, Neukundentarife), also 0,37 € pro Kilowattstunde.
Der verbrauchsunabhängige Grundpreis deines Vertrags kommt zusätzlich dazu: Er fällt an, egal wie viele Kilowattstunden du für Auto und Haushalt zusammen verbrauchst.
Die Formel in zwei Schritten
Schritt 1 — geladene Strommenge:
kWh pro Jahr = Fahrleistung (km) × Verbrauch (kWh/100 km) ÷ 100
Schritt 2 — Kosten:
Stromkosten pro Jahr = kWh pro Jahr × Arbeitspreis (0,37 €/kWh)
Für den Monatswert teilst du das Ergebnis durch 12. Genau diese Rechnung führt der Stromkostenrechner aus, wenn du Jahresverbrauch und Arbeitspreis eingibst.
Rechenbeispiel: 12.000 km im Jahr
Angenommen, das Fahrzeug verbraucht 20 kWh pro 100 km und fährt 12.000 km im Jahr:
- 12.000 km × 20 kWh/100 km ÷ 100 = 2.400 kWh pro Jahr
- 2.400 kWh × 0,37 € = 888,00 € pro Jahr
- 888,00 € ÷ 12 = 74,00 € pro Monat
- 12.000 km ÷ 365 Tage = 32,9 km pro Tag → 6,58 kWh pro Tag → 2,43 € pro Tag
Die 20 kWh pro 100 km sind hier ein Rechenwert mitten im üblichen Bereich; setz den Wert deines eigenen Bordcomputers ein, dann stimmt das Ergebnis für dein Fahrzeug.
Tabelle: Fahrleistung bei 20 kWh pro 100 km
| Fahrleistung pro Jahr | Geladene kWh | Stromkosten pro Jahr | pro Monat |
|---|---|---|---|
| 5.000 km | 1.000 kWh | 370,00 € | 30,83 € |
| 10.000 km | 2.000 kWh | 740,00 € | 61,67 € |
| 12.000 km | 2.400 kWh | 888,00 € | 74,00 € |
| 15.000 km | 3.000 kWh | 1.110,00 € | 92,50 € |
| 20.000 km | 4.000 kWh | 1.480,00 € | 123,33 € |
Tabelle: Verbrauch bei 12.000 km pro Jahr
Derselbe Rechenweg, nur der Verbrauchswert ändert sich:
| Verbrauch des Fahrzeugs | Geladene kWh | Stromkosten pro Jahr | pro Monat |
|---|---|---|---|
| 15 kWh/100 km | 1.800 kWh | 666,00 € | 55,50 € |
| 20 kWh/100 km | 2.400 kWh | 888,00 € | 74,00 € |
| 25 kWh/100 km | 3.000 kWh | 1.110,00 € | 92,50 € |
Alle Werte mit 0,37 €/kWh gerechnet, ohne Grundpreis.
Ladevorgang am Haushaltsstrom: von Watt zu Kilowattstunden
Beim Laden über den Haushaltszähler begrenzt die Ladeleistung, wie viel Strom pro Stunde in den Akku fließt. Die Umrechnung ist die bekannte Beziehung P = U × I, im deutschen Netz mit 230 Volt:
- 2.300 Watt ÷ 230 Volt = 10 Ampere → 2,3 kW Ladeleistung
- 2,3 kW × 1 Stunde = 2,3 kWh → 0,85 €
- 2,3 kW × 8 Stunden = 18,4 kWh → 6,81 €
- 3.680 Watt (16 A) = 3,68 kW → 8 Stunden = 29,4 kWh → 10,89 €
Zum Vergleich mit dem Tagesbedarf: 6,58 kWh pro Tag sind bei 2,3 kW in 2,86 Stunden nachgeladen; ein achtstündiger Ladevorgang mit 18,4 kWh deckt rund 2,8 Tage. Die Watt-Ampere-Umrechnung macht der Watt-Ampere-Rechner, die Umrechnung von Leistung und Laufzeit in Kilowattstunden der kWh-Rechner.
Was das für die Stromrechnung bedeutet
Die Kilowattstunden fürs Auto landen auf der ganz normalen Stromrechnung. Gegenüber den Durchschnittsverbräuchen des Stromspiegel 2025 (ohne elektrische Warmwasserbereitung) ergibt das:
| Haushalt | Verbrauch ohne Auto | Mit Auto (+2.400 kWh) | Stromkosten mit Auto pro Jahr |
|---|---|---|---|
| 1 Person, Wohnung | 1.200 kWh | 3.600 kWh | 1.332,00 € |
| 2 Personen, Wohnung | 1.900 kWh | 4.300 kWh | 1.591,00 € |
| 4 Personen, Haus | 3.800 kWh | 6.200 kWh | 2.294,00 € |
Bei einem Ein-Personen-Haushalt in einer Wohnung entspricht das Laden also 200 % des bisherigen Verbrauchs — die Haushaltsrechnung verdreifacht sich rechnerisch (von 1.200 auf 3.600 kWh). In einem 4-Personen-Haushalt sind 2.400 kWh dagegen 63,2 % zusätzlich.
Praktisch heißt das: Melde deinen gestiegenen Verbrauch dem Anbieter oder passe die Abschläge an, damit am Jahresende keine Nachzahlung entsteht. Wie hoch deine Jahreskosten mit Grundpreis ausfallen, zeigt der Jahresstromkosten-Rechner; ob dein Verbrauch im Verhältnis zur Haushaltsgröße auffällig hoch ist, prüft der Stromverbrauchsrechner.
Woher die Zahlen kommen
Basis der Beispiele ist der Arbeitspreis aus der BDEW-Strompreisanalyse (April 2026, Neukundentarife) sowie Einordnungen zum Preisniveau und zur Rechnung von co2online; die Haushaltsverbräuche stammen vom Stromspiegel 2025. Verbrauch und Fahrleistung deines Fahrzeugs sind keine Durchschnittswerte, sondern deine eigenen Angaben aus Bordcomputer und Tacho — nur damit rechnet die Formel exakt für dich.